Heimsieg! TBV meistert Teil 1 der englischen Woche
Der TBV Lemgo Lippe ist mit einem verdienten Heimsieg in die englische Woche gestartet. Gegen den HC Hamburg behielten die Lemgoer am Donnerstagabend vor 4.111 Zuschauern mit 34:30 (16:13) die Oberhand. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem TBV allerdings nicht: Der Fokus richtet sich bereits auf die nächste Aufgabe gegen Stuttgart.
Personell blieb die Ausgangslage beim TBV unverändert: Tim Suton, Jan Mudrow und Bobby Schagen standen Trainer Florian Kehrmann verletzungsbedingt weiterhin nicht zur Verfügung, während Len Kehrmann erneut in den Kader der Bundesligamannschaft rückte. Kapitän Suton war nach seiner vorbereitenden Knieoperation wieder in der Halle und verfolgte die Partie von der Seitenlinie.
Von dort sah er einen TBV, der in der Abwehr von Beginn an konzentriert und aggressiv agierte, sich offensiv jedoch zunächst für den Aufwand nicht belohnte. Die Lipper ließen mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt. Lediglich Hendrik Wagner präsentierte sich früh hellwach und verkürzte nach sieben Minuten sehenswert auf 3:4. Kurios: Schiedsrichter Denis Regner verletzte sich bereits beim Aufwärmen am Knie, musste behandelt werden und konnte seinen Gespannpartner Julian Köppl, der die Begegnung souverän im Alleingang leitete, nur von der Seitenlinie unterstützen. Auf der Gegenseite erwischte Gästekeeper Robin Haug einen starken Start: Mit seiner bereits vierten Parade gegen Nicolai Theilinger hielt er die Hamburger zunächst knapp in Führung. Kurz darauf bot sich Christian O’Sullivan die große Chance zum Ausgleich, doch der frei durchgebrochene Rückraumspieler setzte seinen Aufsetzer über das Tor (8., 3:4). Der TBV ließ sich davon jedoch nicht beirren und fand über seine stabile Defensive immer besser in die Begegnung. Mit zunehmender Spieldauer steigerten sich die Lipper auch im Angriff und als sich Constantin Möstl im TBV-Tor erstmals auszeichnen konnte, drehte Wagner die Partie mit seinem Treffer zur ersten Lemgoer Führung (13., 7:6). Nun übernahm der TBV zunehmend die Kontrolle. Getragen von einer aufmerksamen Abwehr und deutlich mehr Sicherheit im Abschluss spielten sich die Hausherren in einen echten Flow und setzten sich mit einem Zwischenspurt ab. Niels Versteijnen, der eine starke erste Halbzeit erwischte, vollendete den Lemgoer Lauf mit seinem fünften Treffer zum 14:10 (23.). Nach den anfänglichen Problemen blieb der TBV ohne Fehlwurf, während der zuvor so starke Haug zunehmend an Einfluss verlor. Mit einer verdienten 16:13-Führung ging Lemgo schließlich in die Kabine.
Im zweiten Durchgang benötigten die Hausherren erneut einige Minuten, um ihren Rhythmus zu finden, erhöhten anschließend jedoch deutlich das Tempo und drängten auf die frühe Entscheidung. Als Möstl einen Außenwurf von Levin Unbehaun parierte und Levin Wanner wenig später zum 22:16 traf (39.), war die Stimmung unter den 4.111 Zuschauern in der Phoenix Contact-Arena bereits ausgelassen. Der HCH gab sich jedoch nicht geschlagen und arbeitete sich mit einem starken Sieben-gegen-Sechs-Spiel zurück in die Partie. Noah Beyer verkürzte nach 45 Minuten auf 23:20 und dämpfte die Euphorie auf den Rängen vorübergehend. Florian Kehrmann reagierte, brachte Lenny Rubin in die Begegnung und bewies damit ein glückliches Händchen. Der Schweizer übernahm sofort Verantwortung, bereitete einen Treffer vor und erzielte selbst vier Tore. Mit seinem Treffer zum 29:24 sorgte Rubin in der 52. Minute für die Vorentscheidung. Zwar bäumte sich der HCH in der Schlussphase noch einmal auf, brachte den TBV aber nicht mehr ernsthaft in Bedrängnis. Am Ende feierten die Lipper einen verdienten 34:30-Heimerfolg. Bester TBV-Werfer war Niels Versteijnen mit neun Treffern.
Durch den Sieg klettert der TBV in der Tabelle mit nun 6:6-Punkten vorübergehend auf Rang 11 der Opel Handball-Bundesliga. Weiter geht es für die Lipper im Süden des Landes mit einem Auswärtsspiel beim TVB Stuttgart. Das Nachholspiel des 6. Spieltags findet am kommenden Sonntag (4.10.) um 16:30 Uhr statt.
Die Stimme zum Spiel von TBV-Trainer Florian Kehrmann: „Hut ab vor allen Beteiligten: Dass ein Schiedsrichter die Partie allein leitet und beide Mannschaften diese außergewöhnliche Situation so mittragen, spricht für den Handball. In anderen Sportarten wäre das vermutlich nicht so unkompliziert möglich gewesen.
Sportlich haben wir uns zunächst viele gute Chancen herausgespielt, sie aber nicht konsequent genug genutzt. Über eine deutlich verbesserte Abwehr haben wir dann die Kontrolle übernommen und vorne sehr effizient gespielt. Hamburg hat das Sieben-gegen-Sechs sehr gut gespielt, deshalb mussten wir im Angriff immer wieder Lösungen finden. Das ist uns gelungen, wir konnten frische Kräfte bringen und haben das Spiel in die richtige Richtung gelenkt. Deshalb bin ich froh, wie die Mannschaft das heute wirklich herausragend gelöst hat. In Verbindung mit dieser Halle, die uns heute wieder sensationell unterstützt hat, haben wir uns die Punkte absolut verdient.“
TBV Lemgo Lippe – Handball Club Hamburg 34:30 (16:13)
TBV Lemgo Lippe: Möstl (8 P.), Ebner; Hutecek 2, Theilinger, Zehnder 2/2, O’Sullivan, Wanner 4, Carstensen, Nyfjäll 5, Willecke 1, Versteijnen 9, Valkovskis, Wagner 7, L. Kehrmann, Rubin 4
Handball Club Hamburg: Haug (8 P.), Nowottny (4 P.); Gadza 2, Norlyk 5, Kofler 1, Jörgensen 5, Axmann, Geenen 1, Bo Andersen 1/1, Beyer 4, Olafsson, Daling, Unbehaun 1, Schmidt 2, Hadzic 1, Hovde 7
Foto: Cohen
