TBV sichert sich zwei hart umkämpfte Punkte gegen Stuttgart

 

Am 7. Spieltag der DKB Handball-Bundesliga ging es für den TBV Lemgo gegen den Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart um zwei ganz wichtige Punkte.

Zu Beginn schickte Trainer Florian Kehrmann Patrick Zieker und Tim Hornke auf den Außenbahnen, Max Höning, Andrej Kogut sowie Arne Niemeyer im Rückraum und Anton Månsson am Kreis ins Rennen. Zwischen den Pfosten durfte Nils Dresrüsse ran.

Das erste Tor gehörte den Gästen, doch nach einem Ballgewinn in der Abwehr glich Kogut mit einem Stemmwurf aus der zweiten Reihe aus und einen erneuten Ballgewinn in der Abwehr verwandelte Höning zur ersten Führung. Doch der Stuttgarter Coric zog mit einem Knaller aus dem Rückraum nach. Mit seinem zweiten Treffer sorgte Kogut für die erste Zwei-Tore-Führung für den TBV in der 9. Minute. Die Stuttgarter ließen nicht nach und trafen stark aus der zweiten Reihe. Auch der Lemgoer Rückraum kam nun ins Spiel. Arne Niemeyer erhielt mit einem Geschoss die zwei Tore Abstand. Es folgte eine starke Phase des TBV-Keepers: Dresrüsse hielt drei Mal nacheinander und schickte in der 16. Minute Hornke, der seinen Tempogegenstoß schmucklos verwandelte.

Immer wieder hielt Dresrüsse, aber immer wieder landete der Abpraller bei den Gästen. Ein Stürmerfoul von Månsson, eine anschließende Zwei-Minuten-Strafe und schon schrumpfte der Vorsprung, den Stuttgartern gelang der Anschlusstreffer zum 10:9 und sogar der Ausgleich in der 21. Spielminute.

Nach dem dritten Pfiff der Schiedsrichter, den viele der 3.556 Zuschauer in der Lipperlandhalle nicht nachvollziehen konnten, musste sich dann Trainer Florian Kehrmann die gelbe Karte zeigen lassen. Nach einer Berührung im Gesicht musste Andrej Kogut in der 14. Minute behandelt werden, stand aber kurze Zeit schon wieder, eine Zeitstrafe für den Stuttgarter Weiß war die richtige Konsequenz der Schiedsrichter. Kurz vor der Halbzeit konnte sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen. Fünf Minuten vor der Halbzeit musste der TBV in doppelter Unterzahl agieren, doch auf Dresrüsse blieb Verlass.

In der 28. Minute kam Jonas Maier zum 7-Meter, entschärfte diesen prompt und wurde von der Halle gefeiert. Nach einem erneuten Fehler im Angriff nahm Trainer Kehrmann kurz vor der Pause seine Auszeit bei einem Tor Rückstand auf die Stuttgarter. Im Angriff vergab daraufhin Hornke einen Siebenmeter, der aber zum Glück wiederholt wurde. Hornke machte seine Sache im zweiten Versuch besser, zusätzlich kassierte der gegnerische Torwart noch eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Meckerns. Mit einer Liniendeckung auf neun Metern sollte den Rückraumschützen aus Stuttgart nun Einhalt geboten werden und Kehrmanns Plan funktionierte. So ging es nach einer hart umkämpften ersten Hälfte mit einem 13:13 unentschieden in die Halbzeitpause.

Immer wieder Dresrüsse

Kehrmann stellte nach der Pause die Abwehr um, die nun offensiver agierte. Und das klappte: Per Gegenstoß traf Hornke zur Führung, 14:13. Nach einem Griff in den Wurfarm von Höning musste Stuttgarts Spieler mit der Nummer Zwei für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen und den anschließenden Strafwurf verwandelte Hornke per Heber. In Überzahl besorgte Höning dann das 16:14 mit viel Schwung aus der zweiten Reihe, während auf der anderen Seite  Dresrüsse nun auch die Rückraumwürfe parierte und sich dafür ebenfalls von der Halle feiern ließ. Hinten hatte der TBV den Stuttgarter Rückraum nun gut im Griff, was den gegnerischen Trainer in der 39. Minute zur Auszeit zwang. Nach dem Anschlusstreffer der Gäste per Siebenmeter durch Spatz, traf vorne erneut Höning zum 19:17 in der 44. Minute. Jetzt ging es schnell: Hinten parierte Dresrüsse, Zieker startete durch und spielte einen sensationellen Pass auf den mitlaufenden Hornke, der sich die Chance nicht mehr nehmen ließ; die erste Vier-Tore-Führung und noch eine knappe Viertelstunde zu spielen. Die zweite Zeitstrafe für Höning zwang nun auch Kehrmann zu seiner zweiten Auszeit, um seine Spieler auf die verbleibenden elf Minuten einzustimmen. Die Gäste nutzten derweil ihre Überzahl und verkürzten auf 23:21.

Erneut war es Dresrüsse, der seine Mannschaft im Spiel hielt und die Lipperlandhalle kochen ließ. Durch seine Parade stand es acht Minuten vor Schluss 25:22. Anschließend erwischte der Stuttgarter Weiß Zieker im Gesicht und musste zwei Minuten vom Feld. Mit einem Unterarmkracher besorgte Kogut daraufhin den erneuten Vier-Tore-Vorsprung. Drei Minuten vor Schluss versuchten die Gäste noch einmal eine Manndeckung gegen Kogut, der TBV spielte sich fest und Zeitspiel wurde abgepfiffen. Im zweiten Anlauf klappte es dann besser, Månsson setzte sich vom Kreis durch zum 28:24. Noch einmal erspielten sich die Stuttgarter auf der anderen Seite einen Siebenmeter, doch die Rechnung hatten sie ohne Jonas Maier gemacht, der den Strafwurf an den Pfosten lenkte. Bei noch 90 zu spielenden Sekunden und einer offenen Manndeckung der Gäste zog Kehrmann die grüne Karte. Zwei Fehlwürfe im Angriff ließen die Zuschauer noch einmal hörbar nervös werden, doch der TBV kämpfte und spielte die Deckung aus. Den Schlusspunkt setzte Månsson zum 29:26. Die zwei wichtigen Punkte bleiben im Lipperland und wurden von Mannschaft und Zuschauern nach Spielende gleichermaßen gefeiert. Auf den Rängen mit dabei waren auch mehr als 200 Flüchtlinge, die der TBV Lemgo als Zeichen der Willkommenskultur und unter dem Motto "Sport verbindet" zum Spiel eingeladen hatte.

Gästetrainer Thomas König stellte nach dem Spiel fest: "Das Spiel war bis kurz vor Schluss offen. Aber wir haben in den entscheidenden Phasen zu viele Fehler gemacht in Angriff und Abwehr. In der ersten Halbzeit belohnen wir uns nicht, verwerfen einen Siebenmeter. In der zweiten Halbzeit haben wir kein gutes Spiel gemacht. In der ersten Liga werden Fehler einfach bestraft. Lemgo hat verdient gewonnen."

Zufriedener zeigte sich TBV-Trainer Florian Kehrmann auf der Pressekonferenz: "Das war heute ein Kampfspiel. Die Bundesliga ist dieses Jahr sehr ausgeglichen, wir haben starke Aufsteiger, was wir Leipzig erlebt haben. Wir sind gut reingekommen, standen kompakt in der Abwehr. Wichtig war, dass wir uns zur Halbzeit wieder ins Spiel kämpfen, aber wir konnten uns nicht richtig absetzten. Deshalb habe ich für die zweite Halbzeit einfache Tore gefordert. Durch Tempospiel konnten wir uns dann absetzen, können das Spiel eigentlich zumachen, verwerfen dann aber zwei, drei Freie. Max Höning macht dann zwei wichtige Toren unter Bedrängnis. Am Ende haben wir verdient gewonnen und ich möchte der Mannschaft ein Kompliment machen. Wir hatten viele verschiedene Torschützen, eine tolle Stimmung in der Halle, die uns auch getragen hat. Ich würde mir aber wünschen, dass noch ein paar mehr kommen."

TBV Lemgo: Dresrüsse, Maier, Månsson (5), Feuchtmann, Kogut (5), Ebner, Hornke (7), Rydergard, Stenbäcken, Skroblien, A. Niemeyer (5), Höning (4), Zieker (3), M. Niemeyer

Video  Pressekonferenz

Video  Stimmen zum Spiel

Bildergalerie

 

Menu
Lädt...
TOP