Kehrmann: Gegen Erlangen entscheiden Kleinigkeiten

Stolperstein Balingen – Gegen die Schwaben setzte es für die einen die saisonübergreifend erste Heimniederlage im Jahr 2020, für die anderen den ersten Misserfolg nach zuletzt drei Siegen in Folge. Das direkte Duell zwischen den punktgleichen TBV Lemgo Lippe und HC Erlangen ermöglicht es beiden Teams nun, diese Rückschläge endgültig wegzustecken und am Samstagabend zurück in die Spur zu finden. Anwurf in der Phoenix Contact-Arena ist um 20.30 Uhr.

Gemeinsam reckten sie 2007 in der Kölnarena den Weltpokal gen Hallendach, nun stehen sich Florian Kehrmann und Michael Haaß zum ersten Mal als Bundesligatrainer gegenüber. Nach vier Jahren als Spieler übernahm Haaß im Sommer endgültig die Kommandobrücke beim HC Erlangen, nachdem der 36-Jährige in der vergangenen Spielzeit bereits interimsweise eingesprungen war. Unter ihm wollen die ehrgeizigen Mittelfranken nach einer turbulenten Saison mit gleich zwei Trainerwechseln und zwischenzeitlichen Abstiegssorgen nicht nur wieder in ruhigeres Fahrwasser kommen, sondern auch nach Höherem streben. „Ich glaube, dass wir in der Lage sind, in der oberen Tabellenhälfte zu landen. Das können wir schaffen und das muss mit dieser Mannschaft auch das Ziel sein“, verkündete Haaß vor der Saison mit Blick auf die Verpflichtungen von Europameister Steffen Fäth und dem wurfgewaltigen Simon Jeppsson aus Flensburg. „Mit ihnen sowie Klemen Ferlin und Martin Ziemer im Tor haben sie sich wirklich sehr hochklassig verstärkt“, lobt auch Kehrmann die Transferaktivitäten des Gegners.

Mit Antonio Metzner, der vor Kurzem von Bundestrainer Alfred Gislason in den erweiterten Kader berufen worden war, konnte der Handballclub unter der Woche einen seiner Top-Torschützen langfristig an sich binden. Kehrmann: „Mit Metzner, Ivic und Jeppsson kommt viel Wurfkraft aus dem Rückraum auf uns zu. Sie sind körperlich sehr präsent und suchen oft das Eins-gegen-Eins.“ Und wenngleich sich die Erlanger Deckung gegen Balingen etwas zu löchrig zeigte, so ist sie für Kehrmann ein weiteres Prunkstück des Gegners. Mit Sebastian Firnhaber, Nikolai Link und Petter Øverby verfügten sie schließlich über einen sehr guten Innenblock, durch den sie ihr Tempospiel forcieren wollen. An die gute Abwehrleistung aus der Vorwoche wollen auch die Lipper anknüpfen, denn: „Um ins Tempospiel zu kommen, braucht es Ballgewinne. Es wird ein Spiel, in dem es auf die Kleinigkeiten ankommen wird.“

Mit 9:9 Punkten aus neun Partien hielten sich auch beim HC Freud und Leid bislang die Waage. Nach dem etwas holprigen Auftakt mit Niederlagen gegen Kiel und den Bergischen HC konnten die Erlanger in den vergangenen Wochen zu einem kleinen Erfolgslauf ansetzen und drei Siege in Folge feiern. Dann kamen die Gallier aus Balingen - und schmälerten die breite Frankenbrust. Welch spielerisches Potenzial an guten Tagen allerdings in ihnen schlummert, mussten unter anderem die MT Melsungen und der TVB Stuttgart am eigenen Leib erfahren, die mit 31:21 respektive 34:25 von der Platte gefegt wurden. Zwischen diesen beiden Duftmarken gab es ein Remis in Göppingen, eine 20:26-Heimniederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen sowie einen Auswärtserfolg bei Aufsteiger Essen, mit dem die Gäste ihre Siegesserie einleiten sollten. „Trotz des schweren Auftaktprogramms ist Erlangen wirklich gut in die Saison gekommen“, sagt Kehrmann.

Zwei Lemgoer werden sich gern an das letzte Aufeinandertreffen zurückerinnern: Mit 14 Treffern von Bjarki Már Elisson und 15 teils sehenswerten Paraden von Peter Johannesson konnte sich der TBV am zweiten Weihnachtstag über einen immens wichtigen 34:32-Heimerfolg freuen. Wiederholung erwünscht. Insgesamt spricht die Bilanz gegen den Aufsteiger von 2016 knapp für die Lipper: Aus zehn bisherigen Duellen ging der TBV fünfmal als Sieger hervor und spielte zweimal Remis. Nebenbei bemerkt: In der Phoenix Contact-Arena ist der TBV Lemgo Lippe gegen Erlangen noch ungeschlagen.

Das Schiedsrichtergespann am Samstagabend bilden die Brüder David und Christian Hannes. Wie gewohnt zeigt Bezahlsender Sky die Partie sowohl in der Konferenz auf Sky Sport 2 als auch als Einzelspiel auf Sky Sport 5. Beginn der Übertragung ist um 20.15 Uhr.

Foto: AS Sportfoto/ Binder

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