Kehrmann: "Die Herausforderungen annehmen."

Nach der zweiwöchigen Quarantäne für das gesamte Team mit Ausnahme der verletzten Spieler bzw. derjenigen, die zuletzt nicht im Kader waren, haben wir mit Trainer Florian Kehrmann über die Erfahrungen in den letzten Wochen und die Herausforderungen in den nächsten Tagen gesprochen.

Wir waren die letzten beiden Wochen im „Home-Training“?

Florian Kehrmann: Es war für uns alle sicherlich eine neue Situation. Uns war sehr wichtig, den Tagen zuhause eine gewisse Struktur und die Möglichkeiten zum Training zu geben. Dank unserer Partner wie den Buena Vista Fitnessclubs waren wir dafür mit Trainingsgeräten auch sehr gut ausgestattet. Natürlich kommt es auf jeden Einzelnen an, das dann auch zu nutzen und zu leben, im Rückblick kann ich aber definitiv sagen, dass meine Jungs in der Zeit der Quarantäne sehr fleißig waren.

Zusätzlich zu den individuellen Möglichkeiten haben wir täglich eine Videoeinheit gehabt und auf diese Weise quasi gemeinsam trainiert, wenn auch jeder in seiner eigenen Wohnung. Natürlich haben wir bei all dem Rücksicht auf die Spieler genommen, die Symptome gezeigt haben, und sie aus diesem Programm herausgenommen, um nichts zu riskieren.

Für mich als Trainer hat sich zuletzt wieder gezeigt, dass man sehr flexibel sein und sich den neuen Aufgaben und Herausforderungen immer wieder stellen muss. Das gehört dazu. Und ich denke, das gilt für die Spieler genauso.

Und jetzt geht es am Sonntag gleich ins OWL-Derby.

Florian Kehrmann: Ja, jetzt wieder in Tritt zu kommen, ist eine körperliche und auch eine mentale Herausforderung. Die Jungs wissen aber ganz genau, dass wir sie sehr gut vorbereiten und dass es einen Plan gibt, egal, wer dann auf der Platte stehen wird. Ich nehme mir sowieso immer viel Zeit für die Videovorbereitung, das war zuletzt nicht anders als sonst auch. Für uns ist es wichtig, auch da unsere Routinen beizubehalten. In jedem Fall sind die Jungs heiß auf das Spiel und werden auch in dieser Grenzsituation alles investieren und für- und miteinander kämpfen.

Gestern war das erste Training? Wie war dein Eindruck?

Florian Kehrmann: Man hatte zuerst das Gefühl, wir wären seit zwei Monaten nicht zusammen in der Halle gewesen. Die Zeit kam uns im Nachhinein länger vor als sie tatsächlich war. Wir haben uns alle wirklich sehr gefreut, endlich wieder zusammen zu trainieren, uns auszutauschen oder einfach auch mal ein bisschen dummes Zeug zu reden, wie man das vor oder nach den Einheiten so macht. Das zeichnet uns als Mannschaft ja auch aus, dieses Miteinander beim Training oder in der Kabine und die lockere, aber trotzdem sehr konzentrierte Atmosphäre.

Wie läuft das Verfahren ab, bevor ehemals positiv getestete Spieler zurückkommen können?

Florian Kehrmann: Grundsätzlich müssen sie zunächst einmal negativ getestet sein und vom Gesundheitsamt aus der Quarantäne entlassen werden. Bevor sie wieder ins Training einsteigen können, gibt es eine Reihe von medizinischen Untersuchungen nach dem Return-to-play-Protokoll, an das wir uns ganz genau halten. Man merkt in diesen Grenzsituationen immer ganz besonders, was für eine tolle medizinische Abteilung wir mit unseren Physios und Ärzten haben. Da sind wir wirklich in den allerbesten Händen und bekommen jede Unterstützung. Die umfangreichen Untersuchungen sind sehr wichtig, es geht schließlich um die Gesundheit der Spieler und da werden wir niemals ein Risiko eingehen.

Die komplette Saison hatte schon besondere Herausforderungen für dich als Trainer. War das jetzt ist noch eine Stufe mehr?

Florian Kehrmann: Ja, es war schon eine besondere Situation, aber andererseits wissen wir ja auch nicht, was eventuell noch kommen kann. Die Pandemie ist ja leider noch nicht besiegt. Letztlich zählt jetzt, wie auch vorher schon, offen und flexibel zu sein, die Herausforderungen anzunehmen, um so die Situationen gut meistern zu können. Ich sehe das alles aber auch als Chance. Probleme zu lösen macht ja auch Spaß!

Menu
Lädt...
TOP