Hallo Ceder - Fragen an unseren Neuzugang

God dag Andreas, hur mår du? (Schwedisch für: Guten Tag Andreas, wie geht es dir?)

Andreas Cederholm: Ja, perfekt ausgesprochen, richtig! Mir geht es gut, alles ist top, Dankeschön!

Du bist seit diesem Sommer bei uns und bist mit Peter Johannesson und Jonathan Carlsbogård der dritte Schwede im Bunde, hat dir das in der Eingewöhnungsphase geholfen?

Andreas Cederholm: Ja klar, vor allem mit Peter habe ich mich schon vor dem Wechsel intensiv ausgetauscht. Er hat mir erzählt, wie es hier beim TBV läuft, und das hat mir sofort ein gutes Gefühl gegeben. Aber auch Jonathan hat mir viel geholfen. Allgemein ist es immer gut, wenn man in seiner Mannschaft Mitspieler hat, die aus dem gleichen Land stammen wie man selbst. 

Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen Schweden und Deutschland?

Andreas Cederholm: Ich muss sagen, hier in Deutschland funktioniert nichts ohne Bürokratie. Überall und für alles musst du Formulare ausfüllen, oder etwas unterschreiben, dass ist in Schweden schon anders. Da passiert das alles online, ohne den ganzen Papierkram. Es gibt natürlich auch Ähnlichkeiten, aber meiner Meinung nach ist das schon der größte Unterschied.

Eine Frage zu einer schwedischen Spezialität, dem Surströming. Es „riecht“ sehr intensiv und die meisten Menschen empfinden es als ungenießbar. Siehst du das auch so?

Andreas Cederholm: Ja es stimmt, Surströming riecht wirklich übel. Mir schmeckt das auch überhaupt nicht und ich kann mir auch nicht erklären, warum das eine Delikatesse ist. Ich würde es auch wirklich niemandem empfehlen.

Kommen wir zum Sportlichen. Die ersten Spiele der LIQUI MOLY HBL sind gespielt, wie würdest du eure Leistungen bisher einordnen?

Andreas Cederholm: Also ich finde, wir spielen gar nicht schlecht, teilweise sogar sehr gut wie zum Beispiel gegen den SC Magdeburg als wir nach der Pause auf 5 Tore davongezogen sind. Leider haben wir bisher im jedem Spiel Phasen, in denen wir es nicht so gut machen. Diese Phasen sind meiner Meinung nach immer ein bisschen zu lang, unser Ziel muss es daher sein, diese Perioden, in denen es nicht so gut läuft zu verkürzen. Denn dann finde ich, sind wir auf einem richtig guten Weg.

Wie siehst du persönlich deine Rolle im Team?

Andreas Cederholm: Es ist immer schwer, wenn man neu in eine Mannschaft kommt, gerade für einen Rückraumspieler. Das Timing mit den anderen Rückraumspielern und den Kreisläufern zu finden, dauert einfach immer etwas, aber ich glaube, das wird mit jedem Tag besser und besser. Bisher spiegelt sich das vielleicht noch nicht in den Statistiken wider, aber ich bin mir sicher, dass das mit der Zeit auch noch kommen wird.

Was unterscheidet den schwedischen Handball von dem Handball der in Deutschland gespielt wird?

Andreas Cederholm: In Schweden wird Handball mit vielen verschiedenen Systemen gespielt und ist sehr viel taktischer geprägt. In Deutschland geht es vor allem darum, viele Tore zu erzielen, egal ob man mit zwei Toren vorne oder hinten liegt. Man geht mit sehr viel Tempo nach vorne, was das Spiel intensiver, härter und schneller macht. Für mich ist die LIQUI MOLY HBL die beste Liga der Welt und das nicht nur sportlich, sondern auch weil die Hallen immer voll sind und eine super Stimmung herrscht. Dieses Gesamtpaket gefällt mir sehr gut und deshalb liebe ich es auch hier zu spielen.

Du hast auch eine Saison in Frankreich gespielt bevor du dann nach Deutschland gekommen bist, wie stark ist die französische Liga im Vergleich zur LIQUI MOLY HBL?

Andreas Cederholm: Die HBL ist insgesamt deutlich besser als die französische Liga, aber Frankreich ist auf einem guten Weg, eine starke Liga zu entwickeln. Was aber nicht zu vergleichen ist, ist die Stimmung in den Hallen. Hier in Deutschland gibt es viel mehr Handball-Fans und überall ist eine super Stimmung, da kann Frankreich noch nicht mithalten.

Letzte Woche hat uns Alexander Reimann verraten, dass er für die Musik in der Kabine zuständig ist, welcher Song darf deiner Meinung nach in der Kabine nicht fehlen?  

Andreas Cederholm: Da gibt es keinen bestimmten Song, den ich unbedingt hören muss. Alex macht das aber wirklich gut und ab und zu spielt er dann auch ein paar schwedische Songs. Die sind dann zwar von ABBA, aber wenn von denen etwas dabei ist, bin ich zufrieden. Im Allgemeinen habe ich sowieso eher weniger feste Rituale vor den Spielen. Das einzige, was sein muss, ist, dass ich etwas im Magen habe. Mit einem leeren Magen kann ich nicht spielen, meistens esse ich dann so ca. drei bis vier Stunden vor dem Spiel eine leckere Pasta.

Du trägst deine Haare ja länger als die meisten, schon mal daran gedacht sie abzuschneiden bzw. bei welchem Ereignis würdest du das tun?

Andreas Cederholm: Ich habe sie mir tatsächlich schon öfter mal abgeschnitten, das hat mir aber nicht so gut gefallen muss ich sagen. Jetzt trage ich sie auch schon wieder eine ganze Zeit so lang, so dass es mir sehr schwer fallen würde sie abzuschneiden. Sollten wir mit dem TBV aber Meister werden, dann würde ich den Rasierapparat zücken.

Deine Freundin hat vor kurzem ihr Tiermedizin-Studium beendet, wie sehen da die Pläne aus, gibt es vielleicht bald eine „Tierpraxis Cederholm“ in Lemgo bzw. in Lippe?

Andreas Cederholm: Das würden wir uns natürlich sehr wünschen (lacht). Momentan arbeitet sie bis Ende November in einer Praxis in Schweden, dann kommt sie nach Deutschland. Wir halten die Augen offen, ob sich für sie in Lemgo oder auch in Detmold die Möglichkeit ergibt, in einer Praxis zu arbeiten, das würde uns auf jeden Fall sehr freuen.

Wenn du kein Handballer geworden wärst, was wärst du dann geworden?

Andreas Cederholm: Oh, das ist eine schwere Frage. Ich denke, ich wäre Eishockeyspieler geworden, denn als Kind habe ich sehr oft Eishockey gespielt. Nicht in einem Verein, aber in Schweden kannst du das im Winter immer machen. Ich verfolge auch die NHL und bin riesen Fan dieser Sportart.

Zum Abschluss ein paar Worte an die Fans des TBV?

Andreas Cederholm: Ja, ich hoffe sehr, dass auch im nächsten Heimspiel wieder so viele Fans da sind und uns wieder so gut unterstützen. Die Stimmung beim letzten Spiel in der Phoenix Contact-Arena war unglaublich und dann macht es einfach extrem viel Spaß Handball zu spielen. Wir werden alles geben, um unseren super Fans etwas zurückzugeben.

 

 

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