Bjarki Már Elísson: Es war eine verrückte Saison!

TBV-Linksaußen Bjarki Már Elísson, Torschützenkönig der Liga, kann es kaum erwarten, dass es nach der langen Vorbereitungszeit endlich wieder losgeht. Doch bevor es dann auch um die Ziele für die neue Saison geht, noch ein kleiner Blick zurück auf eine außergewöhnliche Saison, den Lockdown und den Sommer auf Island. Nicht nur wir hatten so einige Frage, auch die Fans.

Die wichtigste Frage zuerst: Du schreibst deine Ziele vor jeder Saison auf einen Zettel und verrätst erst am Saisonende, was du aufgeschrieben hast. Was stand denn auf deinem Zettel mit den Zielen der letzten Saison?

Bjarki: Die Mannschaft und ich haben fast alles erreicht, was ich aufgeschrieben habe. Mein Ziel mit der Mannschaft war, dass wir ins REWE Final4 kommen. Das haben wir geschafft. Was meine persönlichen Ziele angeht, möchte ich nicht so ins Detail gehen, aber ich habe das erreicht, was ich erreichen wollte.

Und jetzt gibt’s einen neuen Zettel?

Bjarki: Ja, ich habe den noch nicht gemacht. Ich warte immer die Vorbereitung ab, wie die so läuft, und mache das dann in den nächsten Wochen. Wir haben ja noch etwas Zeit.

Hättest du vor der letzten Saison gedacht, dass du Torschützenkönig wirst?

Bjarki: Ich habe früh gesehen, wie das läuft, ich war früh ganz oben und habe überlegt, ja vielleicht ist das möglich. Und dann hat es geklappt. Das war schön!

Die Auszeichnung dafür wirst du ja bald noch bekommen, hat die LIQUI MOLY HBL angekündigt. Wann und wie genau, steht noch nicht fest.

Bjarki: Ja, es wäre auf jeden Fall schön eine Trophäe zu bekommen, etwas, das man dann auch vorzeigen kann.

Dein Highlight letzte Saison?

Bjarki: Mein Highlight war auf jeden Fall, dass wir ins Pokalfinale eingezogen sind. Ich glaube dieses Gefühl nach dem Spiel in Ludwigshafen mit unseren Fans da zu feiern, das war ein absolutes Highlight. Auch der Heimsieg gegen die Löwen, obwohl ich da gar nicht gespielt habe. Aber mein Kollege Alex hat das sehr gut gemacht in dem Spiel.

Und sonst wie blickst du sonst auf die letzte Saison zurück?

Bjarki: Es war eine verrückte Saison! Wir hatten einen schweren Start und wussten vorher, dass ein paar wichtige Spieler verletzt waren. Das Programm war auch nicht so leicht, aber dann kamen wir in einen richtigen guten Lauf. Wir haben unser Spielsystem perfektioniert. Wir wussten genau, was wir können, und haben das umgesetzt. Wir haben mit viel Geduld im Angriff gespielt, hatten eine gute Abwehr und sind viele Gegenstöße gelaufen. Und das hat am Ende alles richtig gut funktioniert. Ich fand es sehr schade, dass die Saison dann so plötzlich vorzeitig zu Ende ging, weil wir einen super Lauf hatten. Aber insgesamt können wir mit der Saison zufrieden sein, glaube ich.

Ganz andere Frage: Hast du dich mittlerweile angefreundet mit der Mannschaftskasse und dem Strafenkatalog? Zu Beginn der letzten Saison hast du ja gesagt, da sei alles etwas komplizierter in Lemgo.

Bjarki: Das erste Jahr ist immer am schwierigsten. Da muss man die Regeln lernen und das sind viele, die uns der Mannschaftskassenwart geschickt hat. Das ist für mich dann „learning by doing“, aber jetzt mittlerweile kenne ich die Regeln fast alle.

Dein Spitzname ist Zlatan. Der Grund: Gute Technik und torgefährlich. Zählst du deine Tore beim Aufwärmfußball und bist du da auch Torschützenkönig?

Bjarki: Ich habe das in Eisenach gemacht, in der Kabine gezählt und Striche gemacht. Aber hier noch nicht. Aber auf jeden Fall mache ich das so, dass alle Bescheid wissen, wenn ich ein Tor gemacht habe (lacht). Ich habe ungefähr zehn Jahre lang neben dem Handball auch Fußball gespielt. Das hat viel geholfen, da kriegst du diese Grundtechnik rein. Und es macht mir auch sehr viel Spaß.

Den Lockdown hast du mit deiner Familie hier in Lippe verbracht. Das Landleben hatte da echte Vorteile, oder?

Bjarki: Ja, auf jeden Fall, hier hat man mehr Freiheit als in der Großstadt. Für unsere Tochter war das perfekt mit dem Garten und gutem Wetter.  Das wird dann vielleicht auch irgendwann mal langweilig, einmal am Tag spazieren zu gehen pro Tag und sonst nur zuhause zu bleiben. Aber das war trotzdem besser als in einer Großstadt.

Das war ein besonderer Sommer für dich, oder?

Bjarki: Ja, ich war länger als sonst in Island, genau seit Anfang Mai bis Anfang Juli, also zwei Monate. Zuerst mussten wir zwei Wochen Quarantäne, aber dann konnten wir raus und haben mit meinen Kumpels meinen 30. Geburtstag gefeiert.

Und dann hattest du ja noch einen Grund zum Feiern, als Liverpool Meister geworden ist.

Bjarki: Ja, diesen Sommer gab es viele Gründe zu feiern.

Und jetzt startet bald die neue Saison.

Bjarki: Ich freue mich einfach riesig, wieder richtig zu spielen. Spiele, in denen es wirklich um Punkte geht. Ich habe unseren Spielplan gesehen, und wir haben am Anfang ein machbares Programm. Wenn wir einen guten Start hinkriegen, dann ist alles möglich. Mal schauen und hoffentlich können wir dann auch endlich das REWE Final4 spielen.

Vor dem Pokalfinale kommt ja noch die Weltmeisterschaft, Island ist qualifiziert.

Bjarki: Mal schauen, wie das wird, ob alle Mannschaften dann auch wirklich dorthin kommen können und ob alles so läuft wie geplant. Es wird auf jeden Fall interessant.

Ihr habt ja auch eine interessante Vorgruppenrunde, quasi die Wikinger gegen drei Südländer Portugal, Algerien und Marokko.

Bjarki: Ja genau, die Gruppe ist sehr machbar, aber in der Hauptrunde danach kommen Frankreich, Norwegen und Österreich, das wird dann schon härter.

FANFRAGEN ÜBER DIE INSTA-STORY

Auf welchen Gegner freust du dich am meisten nächste Saison?

Bjarki: Wahrscheinlich auf Berlin, weil ich da noch immer viele Spieler kenne, aber sonst freue ich mich einfach nur, dass wir jetzt überhaupt wieder spielen.

Frage von einem gewissen Alex Reimann: Wer ist dein Lieblingsaußen, mit dem du gerne zusammenspielst?

Bjarki: Weil er gefragt hat, muss ich ja sagen Alex Reimann (lacht). Er ist ein cooler Typ. Ich mag ihn.

Von Tinna Karen: Wer ist deine Lieblingsschwester und warum ist es Tinna Karen?

Bjarki: (lacht) Das ist von meiner Schwester. Ich habe zwei Schwestern, aber ich habe keinen Favoriten. Obwohl sie hat mich öfter gefahren hat, wenn ich in die Stadt wollte oder so, vielleicht ist es dann doch Tinna Karen.

Noch eine Frage von ihr: Wenn du ein Spiel noch einmal spielen könntest, welches wäre das?

Bjarki: Da gibt’s viele. Wahrscheinlich das EHF-Cup Finale 2018 mit Berlin. Wir haben zwar gewonnen, aber ich habe nicht so gut gespielt. Also wenn ich das nochmal spielen könnte, würde ich besser spielen und wir würden natürlich trotzdem gewinnen.

Hast du mit Theuer die Humba bis zur Perfektion geübt?

Bjarki: (lacht) Die Humba haben wir einmal gemacht, beim letzten Heimspiel gegen Nordhorn, und es hat sehr gut geklappt. Das kann ich jetzt.

Wie findest du die neuen Trikots?

Bjarki: Ich find sie cool, sehr ähnlich wie letztes Jahr, aber sehr cool.

Wie wird man so krass wie du?

Bjarki: Das ist unmöglich. (lacht)

Was magst du an Deutschland am meisten?

Bjarki: Weihnachtsmarkt. Glühwein und Weihnachtsmarkt, das mag ich am meisten.

Darf man dich ansprechen, wenn man dich auf der Straße sieht?

Bjarki: Ja auf jeden Fall. Das darf jeder.

Was vermisst du von deiner Heimat Island am meisten?

Bjarki: Meine Freunde und Familie auf jeden Fall. Und ein paar Restaurants. Ich finde Pizza und Burger schmecken in Island viel besser als hier.

Gibt es Rituale vor dem Spiel?

Bjarki: Ja, ich habe ein paar Sachen die ich mache. Ich trinke immer ein Nocco, also ein Energiegetränk, vor jedem Spiel. Ich komme auch immer erst einmal mit meinen Zivilklamotten in die Halle, setze mich hin und gucke mir alles an. Stelle mir vor, wo ich hinlaufe und was ich mache, wie ich stehen werde.

Dein Torrekord bei Lemgo?

Bjarki: 15 Tore im letzten Spiel gegen Nordhorn.

Deine bisher größten Erfolge, sowohl auf dem Feld als auch abseits vom Handball?

Bjarki: Abseits vom Handball ist das natürlich meine Tochter und auf dem Feld sind das die Titel, die ich in Berlin gewonnen habe.

Warum läuft es bei dir in Lemgo so viel besser als in Berlin?

Bjarki: Gute Frage. Als Außenspieler ist man abhängig von anderen Spielern. Nichts gegen meine Mannschaft in Berlin, aber das hat sich einfach so entwickelt. In Berlin habe ich viele Spiele gespielt, in denen ich vielleicht nur drei, vier Mal oder sogar nur einmal aufs Tor geworfen habe und dann ist es natürlich schwer was zu machen. Hier spielen wir viel über Außen, wir laufen viel, das passt für mich als Außenspieler perfekt.

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