Auswärts bei den Überfliegern

„Es wäre ein großes Ziel, dem SC Magdeburg die Punkte zum ersten Mal in dieser Saison wieder abzunehmen“, hält sich TBV-Trainer Florian Kehrmann vor der hohen Auswärtshürde in der GETEC-Arena (Anwurf 16 Uhr, live auf Sky Sport 3 HD) bewusst bedeckt. Schließlich ist auch ihm der Magdeburger Höhenflug nicht entgangen. Mehr als ein Drittel der Saison ist gespielt – und noch immer thront der Europapokalsieger ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. Doch Obacht: Die letzte Ligapunkte rangen ihm die Lipper ab, am 38. Spieltag der Vorsaison. Auch wenn das Team von Bennet Wiegert für Kehrmann zu den aktuell schwersten Auswärtsaufgaben überhaupt zählt, „werden wir alles tun, das Spiel zu gewinnen. Ich glaube, und das zeigt die Liga immer wieder, dass in jedem Spiel alles möglich ist.“

Nach dem hart erkämpften Sieg gegen Chekhovskie Medvedi in der European League konnten die TBV-Profis einen freien Tag genießen, ehe die Sinne für das nächste Ligaspiel geschärft wurden. „Wenn man sieht, wie Magdeburg gerade durch die Bundesliga und European League marschiert, ist das schon enorm gut“, lobt Kehrmann die „hohe Selbstverständlichkeit in ihrem Spiel“. Auch höchst enge Spielverläufe, wie beim 25:24 in Göppingen oder 28:27 gegen Erlangen, entschieden nervenstarke Magdeburger zu ihren Gunsten. Auf internationaler Bühne stahl ihnen bisher einzig Isaias Guardiolas‘ Ex-Klub Logroño La Rioja einen Punkt, im Rückspiel unter der Woche behielt der deutsche Titelverteidiger gegen das Topteam aus Spanien aber beide Zähler ein.

Das bisher tadellose Abschneiden des SCM in beiden Wettbewerben sieht Florian Kehrmann vor allem in dem sehr breiten Kader begründet: Einerseits verfügt der SCM mit dem amtierenden HBL-Torschützenkönig und erneuten Topscorer Omar Ingi Magnusson (74/35 Tore, 47 Assists) sowie mit Spielmacher Christian O’Sullivan über sehr gute Eins-gegen-eins-Spieler, andererseits mit Michael Daamgard und Sommerneuzugang Philipp Weber über viel Wurfkraft aus dem Rückraum.

Als Magdeburger Prunkstück sieht der Lemgoer Coach aber die sehr flexibel agierende 6:0-Abwehr, „aus der sie immer wieder versuchen, den Gegner unter Druck zu setzen und dann natürlich ihre wichtigste Waffe, das Tempospiel, aufziehen.“ Dann waltet vorzugsweise die flinke Flügelzange mit Lukas Mertens und Ex-Lipper Tim Hornke ihres Amtes. Gut möglich, dass auch Magdeburgs Identifikationsfigur Matthias Musche nach über einem Jahr Verletzungspause gegen den TBV erstmals zum Einsatz kommt. Mit 47 Toren aus Gegenstößen liegen der SCM und TBV derzeit gleichauf, nach Gegentoren haben die Magdeburger nach Flensburg, das ein Spiel mehr absolviert hat, bislang die wenigsten kassiert (310).

Worauf wird es für die Lipper also ankommen? „Dass wir sowohl nach vorne als auch nach hinten schnell umschalten“, weist Kehrmann dem eigenen Rückzugsverhalten eine entscheidende Rolle zu: „Das wird am Sonntag sehr wichtig sein, um sie auf der Gegenseite dann selbst zu Fehlern zu zwingen und dann auch unser eigenes Tempospiel aufziehen zu können.“ So geschehen am 27. Juni im Lipperland, als dem SC Magdeburg letztmals eine Pflichtspielniederlage zugefügt wurde.

Schiedsrichter der Partie sind Marijo Zupanovic und Martin Thone. Pay-TV-Sender Sky steigt um 15.45 Uhr mit der Vorberichterstattung auf die vier restlichen Sonntagspartien ein. Den Lemgoer Auftritt an der Elbe gibt es ab 15.55 Uhr live auf Sky Sport 3 HD zu sehen.

Foto: AS Sportfoto / Binder

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